Mundatmung in der Nacht: Was hilft – und warum ich seit Jahren MyoTape nutze
Aktualisiert: 20. Aug.
Du wachst morgens mit trockenem Mund auf? Dein Partner sagt dir, dass du nachts häufig mit offenem Mund schläfst? Oder du möchtest deine Nasenatmung auch während der Nacht besser unterstützen?
Dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit funktioneller Atmung und nutze MyoTape selbst regelmässig. Dabei habe ich vor allem eines gelernt: Es geht nicht darum, den Mund einfach irgendwie zuzukleben.
Es geht darum, der Nasenatmung wieder mehr Raum zu geben und eine bessere Atemgewohnheit zu unterstützen.
MyoTape zwingt dich nicht zur Nasenatmung. Es erinnert dich daran.
In diesem Artikel zeige ich dir, worauf ich dabei achte, was MyoTape von klassischem Mouth Taping unterscheidet und weshalb ich besonders Einsteigern einen bewussten statt möglichst radikalen Einstieg empfehle.
Woran erkennst du mögliche Mundatmung in der Nacht?

Was während des Schlafs passiert, bekommen wir selbst naturgemäss nur eingeschränkt mit. Manchmal liefert der Morgen aber Hinweise.
Dazu können beispielsweise ein trockener Mund oder Hals nach dem Aufwachen gehören. Auch ein Partner, der regelmässig einen offenen Mund oder eine auffällig laute Atmung beobachtet, kann einen wichtigen Hinweis geben.
Ein trockener Mund alleine beweist allerdings keine nächtliche Mundatmung. Er kann verschiedene Ursachen haben.
Deshalb interessiert mich nicht nur: „Ist mein Mund morgens trocken?“
Sondern vielmehr:
„Wie atme ich eigentlich während des Tages – und was passiert wahrscheinlich während meiner Nacht?“
Warum ich die Nasenatmung wichtig finde
Für mich beginnt funktionelle Atmung nicht erst beim Sport oder bei einer Atemtechnik.
Sie beginnt im Alltag. Beim Arbeiten. Beim Gehen. Beim Schlafen.
Die Nase ist dabei unser natürlicher Atemweg. Sie filtert, erwärmt und befeuchtet die eingeatmete Luft. Deshalb möchte ich ihr auch nachts möglichst die Chance geben, ihre Aufgabe zu übernehmen.
Dabei muss sich die Nase nicht immer vollkommen frei anfühlen. Mal geht die Luft leichter durch, mal fühlt sich eine Seite enger an. Entscheidend ist für mich nicht eine „perfekt freie Nase“, sondern ob ich angenehm durch die Nase atmen kann.
Gerade wenn jemand häufig durch den Mund atmet, kann sich Nasenatmung zunächst ungewohnt oder enger anfühlen. Manche beschreiben sogar das Gefühl, dabei zu wenig Luft zu bekommen. Das bedeutet nicht automatisch, dass man stärker oder mehr atmen muss.
Nasenatmung darf sich wieder vertraut anfühlen.
Genau hier sehe ich auch die Rolle von MyoTape: Es soll die Nasenatmung nicht erzwingen und schon gar kein Problem mit den Atemwegen überdecken.
MyoTape zwingt dich nicht zur Nasenatmung. Es erinnert dich daran.
Ist die Nasenatmung dagegen deutlich behindert oder bekommst du tatsächlich schlecht Luft, gehört für mich zuerst geklärt, was dahintersteckt. MyoTape ist nicht dazu gedacht, über eine solche Einschränkung einfach „hinwegzutapen“.
Auch wissenschaftlich ist hier Vorsicht angebracht. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 kommt zu dem Schluss, dass die bisherige Studienlage zu Mouth Taping begrenzt ist und bei Menschen mit Nasenobstruktion Risiken bestehen können.
Warum ich selbst angefangen habe, MyoTape zu verwenden

Meine Beschäftigung mit der Atmung begann lange bevor MyoTape für mich ein Produkt wurde. Seit 2017 beschäftige ich mich intensiv mit meiner eigenen Atmung. Später wurde daraus auch meine Tätigkeit als Atemtrainer.
Irgendwann stellte sich für mich eine einfache Frage:
Wenn ich tagsüber bewusst auf meine Nasenatmung achte – was passiert eigentlich während der vielen Stunden, in denen ich schlafe?
Genau dort wurde MyoTape für mich interessant.
Ich benutze es inzwischen seit Jahren regelmässig. Nicht weil ich glaube, dass ein Stück Tape sämtliche Schlafprobleme löst. Und auch nicht, weil ich der Meinung bin, dass jeder Mensch nachts ein Tape tragen sollte.
Ich nutze es, weil es für mich eine einfache Möglichkeit ist, meine Lippen während des Schlafs sanft dabei zu unterstützen, geschlossen zu bleiben – und meiner Nase damit wieder mehr Raum zu geben.
MyoTape zwingt mich nicht zur Nasenatmung. Es erinnert mich daran.
Für mich ist MyoTape deshalb kein Schlaf-Wundermittel.
Es ist ein Werkzeug.
Und wenn du Original MyoTape in der Schweiz suchst, findest du bei Atempower die passenden Varianten für Erwachsene und Kinder.
MyoTape ist nicht dasselbe wie klassisches Mouth Tape

Wenn Menschen den Begriff „Mouth Taping“ hören, denken viele zuerst an einen Klebestreifen, der direkt über die Lippen geklebt wird und den Mund verschliesst.
MyoTape funktioniert anders.
Das elastische Tape wird rund um den Mund angebracht. Die Lippen werden nicht vollständig überklebt. Durch die Elastizität entsteht ein sanfter Zug rund um den Mund, der die Lippen dabei unterstützt, geschlossen zu bleiben.
Das ist für mich ein wesentlicher Unterschied.
Ich möchte meinen Mund nicht blockieren. Ich möchte den Mundschluss unterstützen und meiner Nase damit wieder mehr Raum geben.
Mein wichtigster Rat: Nicht mit der ganzen Nacht beginnen
Wenn mich jemand fragt, wie er mit MyoTape anfangen soll, lautet meine Empfehlung normalerweise nicht:
„Heute Abend aufkleben und acht Stunden damit schlafen.“
Ich würde das Tape zuerst kennenlernen. Nimm dir tagsüber ein paar Minuten Zeit. Bringe es entsprechend der Anleitung an, bleibe dabei wach und atme ruhig durch die Nase.
Spüre, wie sich das Material verhält.
Sprich einmal mit dem Tape.
Bewege den Mund.
Prüfe, ob du dich wohlfühlst.
Der Hersteller empfiehlt bei Einsteigern ebenfalls, die Anwendung zunächst im Wachzustand kennenzulernen.
Das hat für mich einen einfachen Grund:
Du sollst nicht lernen, das Tape auszuhalten. Du sollst verstehen, wie es sich anfühlt.
Erst wenn du angenehm durch die Nase atmen kannst und sich die Anwendung für dich gut anfühlt, würde ich über den Einsatz während einer ganzen Nacht nachdenken.
Für mich ist das kein Wettkampf.
Es gibt keinen Preis dafür, möglichst schnell eine komplette Nacht mit Tape zu schlafen.
30 Tapes bedeuten nicht 30 Nächte ohne Pause

Dieser Punkt ist mir besonders wichtig.
Eine Packung mit 30 MyoTapes ist für mich keine Aufforderung, 30 Nächte hintereinander zu tapen.
Die Haut rund um den Mund wird bei jeder Anwendung beansprucht. Deshalb beobachte ich sie bewusst und gebe ihr bei Bedarf Zeit zur Erholung.
Ich mache Pausen.
Und wenn sich die Haut gereizt anfühlt, bekommt sie Zeit.
Gerade bei empfindlicher Haut gibt es zusätzlich eine Sensitive-Variante.
Beim Entfernen sollte das Tape langsam und vorsichtig gelöst werden. Bei Bedarf kann ein warmer, feuchter Waschlappen helfen, den Klebstoff sanfter von der Haut zu lösen. Auch MyoTape empfiehlt bei empfindlicher Haut eine vorsichtige Entfernung.
Mein Grundsatz:
MyoTape soll eine Unterstützung sein – keine Verpflichtung.
So würde ich heute mit MyoTape starten
Wenn du MyoTape erstmals ausprobieren möchtest, würde ich es bewusst einfach halten.
1. Prüfe zuerst deine Nasenatmung
Kannst du in Ruhe angenehm durch die Nase ein- und ausatmen?
Deine Nase muss sich dabei nicht vollkommen frei anfühlen. Entscheidend ist, dass Nasenatmung angenehm möglich ist.
Ist sie deutlich behindert oder bekommst du schlecht Luft, würde ich nicht einfach darüber hinwegtapen.
2. Lerne das Tape tagsüber kennen
Trage es zunächst für kurze Zeit, während du wach bist.
Zum Beispiel beim Lesen, Fernsehen oder bei einer ruhigen Tätigkeit.
3. Bereite die Haut vor
Die Haut rund um den Mund sollte sauber und trocken sein.
Öle, Cremes oder Lippenpflege unmittelbar vor der Anwendung können die Haftung beeinträchtigen.
4. Bringe das Tape gemäss Anleitung an
MyoTape wird leicht gedehnt und rund um den Mund angebracht.
Es wird nicht wie ein klassischer Klebestreifen direkt über die geschlossenen Lippen geklebt.
5. Beobachte, wie du dich fühlst
Es sollte sich nicht wie eine Mutprobe anfühlen.
Nasenatmung kann sich zunächst ungewohnt oder etwas enger anfühlen. Versuche deshalb nicht automatisch, stärker oder mehr zu atmen. Bleib ruhig und beobachte, wie es sich für dich anfühlt.
Fühlt sich deine Nasenatmung deutlich behindert an oder entsteht Unwohlsein, entferne das Tape wieder.
6. Gehe langsam in Richtung Nacht
Du musst nicht am ersten Abend eine ganze Nacht damit schlafen.
7. Achte auf deine Haut
Sanft entfernen, Haut beobachten und Pausen einbauen.
Für mich gilt:
Sanft ausprobieren statt erzwingen.

Was sagt die Wissenschaft zu Mouth Taping?
Bei diesem Thema möchte ich sehr klar zwischen meiner persönlichen Erfahrung, MyoTape als Produkt und dem aktuellen wissenschaftlichen Stand zu Mouth Taping unterscheiden.
Wenn in Studien von „Mouth Taping“ oder dem Schliessen des Mundes die Rede ist, bedeutet das nicht automatisch, dass genau die Anwendung von MyoTape untersucht wurde. Das ist für die Einordnung wichtig.
Mouth Taping wird im Internet teilweise mit sehr weitreichenden Versprechen beworben.
Die wissenschaftliche Datenlage ist bisher jedoch deutlich zurückhaltender.
Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 untersuchte zehn Studien mit insgesamt 213 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Einige Studien fanden Verbesserungen einzelner Parameter, andere keinen relevanten Vorteil. Die Autoren weisen insbesondere darauf hin, dass das pauschale Verschliessen des Mundes bei bestehender Nasenobstruktion problematisch sein kann.
Eine kleine Studie aus dem Jahr 2022 untersuchte 20 Menschen mit milder obstruktiver Schlafapnoe und Mundatmung. Bei einem Teil der Teilnehmer verbesserten sich unter Mouth Taping unter anderem der Apnoe-Hypopnoe-Index und der Schnarchindex. Die Studie war jedoch klein und auf eine sehr spezifische Patientengruppe begrenzt. Daraus lässt sich keine allgemeine Empfehlung für Mouth Taping ableiten.
Besonders interessant ist eine Untersuchung aus dem Jahr 2024.
Dort zeigte sich, dass das Schliessen des Mundes nicht bei allen Menschen dieselbe Wirkung auf den Luftstrom hatte. Bei Menschen mit moderater Mundatmung verbesserte sich der Luftstrom teilweise. Bei Teilnehmern mit ausgeprägter Mundatmung und bestimmten Verengungen der oberen Atemwege konnte sich der Luftstrom dagegen verschlechtern.
Das zeigt für mich sehr schön:
Mehr ist nicht automatisch besser – und ein Tape ersetzt keine individuelle Beurteilung.
Deshalb verkaufe ich MyoTape nicht als Behandlung einer Schlafstörung. Für mich ist es ein einfaches Hilfsmittel, das einen sanften Mundschluss unterstützt.
MyoTape zwingt dich nicht zur Nasenatmung. Es erinnert dich daran.
Wann ich nicht einfach zu MyoTape greifen würde
Eine Nase muss sich nicht immer vollkommen frei anfühlen. Das ist für mich noch kein Grund, MyoTape grundsätzlich auszuschliessen.
Etwas anderes ist es, wenn deine Nasenatmung deutlich behindert ist, du schlecht Luft bekommst oder die Nasenatmung dauerhaft Probleme macht. Dann würde ich nicht einfach ein Tape anbringen und hoffen, dass damit das Problem gelöst ist.
Auch bei deutlichen oder anhaltenden Schlafproblemen gehört für mich eine medizinische Abklärung dazu. Das gilt insbesondere, wenn andere Personen bei dir regelmässige Atemaussetzer beobachten oder wenn bereits eine Schlafapnoe bekannt ist.
Die aktuelle Forschung zeigt gerade bei Menschen mit bestimmten Atemwegsverengungen, dass ein erzwungenes Schliessen des Mundes den Luftstrom auch verschlechtern kann. MyoTape ist keine Behandlung einer diagnostizierten Schlafapnoe und ersetzt keine medizinische Abklärung.
Ich bin Atemtrainer, kein Therapeut.
Für mich gehört es zu seriösem Atemtraining, zu erkennen, wo Coaching aufhört und medizinische Diagnostik beginnen muss.
Welche MyoTape-Version passt zu mir?
Nicht jeder Mund und nicht jede Haut sind gleich. Deshalb gibt es MyoTape in unterschiedlichen Grössen und Ausführungen.
Standard
Die klassische Variante für Erwachsene in unterschiedlichen Grössen.
Für Menschen, die eine empfindlichere Haut haben oder eine sanftere Variante bevorzugen.
Eine Variante speziell für Bartträger.
Für Kinder gibt es kleinere Varianten: MyoTape Kids Standard S mit Tiermotiven sowie Sensitive S als neutrale Variante.
Gerade bei Kindern würde ich niemals nach dem Prinzip vorgehen:
Tape drauf und ab ins Bett.
MyoTape sollte gemeinsam, freiwillig und zunächst im Wachzustand kennengelernt werden. Entscheidend ist, dass dein Kind angenehm durch die Nase atmen kann und sich mit der Anwendung wohlfühlt.
Kein Zwang. Kein Leistungsdruck. Gemeinsam kennenlernen.
Deshalb habe ich dafür einen eigenen Familienansatz entwickelt.
Muss ich MyoTape jetzt für immer tragen?
Nein, es geht nicht darum Menschen von einem Stück Tape abhängig zu machen. Interessanter finde ich:
Wie selbstverständlich wird meine Nasenatmung im Alltag?
Wie selbstverständlich bleiben meine Lippen in Ruhe geschlossen?
Und wie verändert sich meine Wahrnehmung meiner eigenen Atmung?
MyoTape kann dabei ein unterstützendes Werkzeug sein.
MyoTape zwingt dich nicht zur Nasenatmung. Es erinnert dich daran.
Ich würde aber niemals sagen:
„Wenn du einmal angefangen hast, musst du es ab jetzt jede Nacht tragen.“
Ich verwende MyoTape selbst seit Jahren regelmässig. Aber bewusst. Und nicht aus Zwang.
Mein Fazit nach mehreren Jahren mit MyoTape
Ich mag einfache Lösungen. Aber ich bin skeptisch gegenüber einfachen Versprechen.
MyoTape ist für mich genau deshalb interessant. Es versucht nicht, mir während des Schlafs eine komplizierte Atemtechnik beizubringen. Es gibt meinen Lippen einen sanften äusseren Impuls, geschlossen zu bleiben.
Dabei muss sich meine Nase nicht immer vollkommen frei anfühlen. Entscheidend ist, dass ich angenehm durch sie atmen kann.
MyoTape zwingt mich nicht zur Nasenatmung. Es erinnert mich daran.
Wenn sie das tut und du MyoTape ausprobieren möchtest, würde ich langsam starten, auf deine Haut achten und beobachten, wie dein Körper darauf reagiert.
Keine Challenge.
Keine 30 Nächte am Stück.
Keine Wunderwirkung.
Nur du und der Atem.
Original MyoTape® in der Schweiz bestellen
Ich verwende MyoTape selbst seit Jahren und biete über Atempower verschiedene Original MyoTape® Varianten für die Schweiz an.
Original MyoTape® ab CHF 19.30
Noch nicht sicher, welche Variante zu dir passt?

Über den Autor
Adrian Spicher
Atemtrainer · Oxygen Advantage Advanced Instructor · Gründer von Atempower

Ich beschäftige mich seit 2017 intensiv mit funktioneller Atmung – zuerst aus persönlichem Interesse und später auch professionell als Atemtrainer. Dabei geht es mir nicht um möglichst komplizierte Atemtechniken, sondern darum, wie Atmung im Alltag, beim Sport und in der Regeneration praktisch eingesetzt werden kann.
MyoTape verwende ich selbst seit Jahren regelmässig.
Atempower – Leistung durch Atmen.



Kommentare